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„Wir haben Angst, in ein Minus zu laufen“
Erfolgreiches 2008, aber Befürchtungen für
dieses Jahr
17.01.2009

Quelle: Neuburger Rundschau (Barbara Würmseher)

Geschäftsleitung und Träger der Neuburger Kliniken St. Elisabeth sind mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr gegangen. Zum einen fällt ihre Jahresbilanz 2008 sehr positiv aus, die internen Zahlen belegen einen medizinisch wie wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb. Zum anderen ist aber zu erwarten, „dass 2009 sehr kritisch wird“.

Das jedenfalls befürchtet der kommissarische Geschäftsführer und Prokurist Günter Strobl. Denn allein bei den Gehältern gibt es enorme Steigerungen: „Wir müssen acht Prozent Tariferhöhung stemmen, ohne zu wissen, wie unser Budgetzuwachs aussehen wird.“ Sieben Milliarden Euro würden sämtliche Kliniken in Deutschland benötigen und lediglich 3,5 Milliarden „bekommen wir vom Staat zugewiesen.“ In der Gesundheitspolitik sei keine Richtung zu erkennen.

Dabei liege so viel Potenzial in der Gesundheitsbranche. „Das ist mit 4,4 Millionen Arbeitnehmern der größte Arbeitsmarkt in Deutschland“, so Strobl. „Die Automobilbranche etwa hat nur 1,4 Millionen Beschäftigte, wird aber im neuen Konjunkturprogramm der Bundesregierung unterstützt, während wir außen vor bleiben.“

Im Rückblick auf 2008 zeigt sich Strobl stolz auf die Leistung sämtlicher Mitarbeiter. Mit 40 840 Patienten – ambulant und stationär – hat das Haus erstmals die 40 000er Marke durchbrochen. Im Vorjahr waren es noch 38 262 Patienten.

Seit 1996 haben die stationären Fälle im Jahresdurchschnitt um 1000 zugelegt. Knapp 10 000 ambulante Notfälle wurden 2008 behandelt und das, obwohl es seit Februar die GOIN-Praxis in Neuburg gibt.

Die stationäre Kinderpsychiatrie, die 2003 eröffnet wurde, hat sich von anfangs 47 Fällen auf 212 gesteigert. Insgesamt hatte die Kinderklinik im vergangenen Jahr 3617 Patienten und liegt damit nur wenig unter dem Höchststand von 2007 (3718). Auch hat es wieder mehr Geburten gegeben: 676 Kinder haben im Kreißsaal von St. Elisabeth 2008 das Licht der Welt erblickt (658 waren es im Vorjahr). „Alle diese Fallzahlen belegen“, so Strobl, „dass wir im vergangenen Jahr zu 100 Prozent erfüllt haben, was wir mit den Kassen vereinbart haben.“

Mit neuen Plänen und Ideen, die teilweise schon umgesetzt wurden, sorgen die Kliniken dafür, dass es auch 2009 keinen Stillstand gibt: Im Frühjahr wird das Diagnostikum Neuburg mit Nuklearmedizin seinen Betrieb aufnehmen. Die Erweiterung der urologischen Praxis seit 2. Januar „hat stark eingeschlagen“. Ein hochmoderner Nieren- und Harnsteinzertrümmerer wird noch im ersten Quartal das Neuburger Krankenhaus bereichern.

Und die Kooperation mit dem Klinikum Ingolstadt wird ebenfalls ausgedehnt. Die dort schon vorhandenen sechs Betten der Kinderklinik werden auf 20 ausgeweitet. „Das Zentrum der Pädiatrie allerdings bleibt in Neuburg“, so Strobl.
Noch liegt der Jahresabschluss 2008 nicht vor, „wir hoffen aber, dass wir eine schwarze Null erreichen.“ An einen wirtschaftlichen Erfolg für 2009 indes glaubt der Prokurist derzeit nicht: „Wir haben Angst, in ein Minus zu laufen.“