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Bis heute hat ihr Wort in den Klinken und im
Kloster Gewicht - Die ehemalige Generaloberin
Isentrud Eigen wird heute 70 Jahre |
25.03.2009
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Quelle: Neuburger Rundschau (Volker Möller)
Neuburg 1955: Eine kleine Landwirtschaft in Burgheim, wenig Geld im Haus, die Eltern sind rechtschaffene Leute in einem tief religiösen Umfeld: Hier wächst Elisabeth Eigen mit drei Geschwistern auf und arbeitet mit 15 Jahren als Hilfskraft im Altenheim in Rain, das von den Neuburger Elisabethinerinnen geführten wird. Bescheiden und gottesfürchtig verrichtet das junge Mädchen seinen Dienst. Rock’n Roll, Bill Haley und Elvis Presley können Elisabeth Eigen nicht beeindrucken. Zu dieser Zeit kann sie sich noch nicht vorstellen, eines Tages in den Hospitalitätsorden einzutreten. Und noch weniger stellt sie sich vor, einmal Generaloberin des Ordens in Neuburg zu werden. Die Zeit und ihr Herrgott haben es aber so entschieden: Sie steigt gut 20 Jahre später in die oberste Etage der Elisabethinerinnen, war Managerin und ist heute mit aller Demut „nur“ noch Generalvikarin, weil es die Ordensregeln so wollen. Und deshalb will sie eigentlich auch gar nicht, dass um den heutigen Mittwoch viel Aufhebens gemacht wird. Sie vollendet heute ihr 70. Lebensjahr.
Die markante Frau im schwarzweißen Ordenshabit hat in Neuburg Krankenhausgeschichte geschrieben, trägt Isentrud Eigen doch als Bauherrin Verantwortung für jene Großprojekte, die dort an der Bahnhofstraße in Neuburg in den Achtziger und Neunziger Jahren entstanden sind. Trotzdem: Sie fängt zunächst ganz klein als Reinemachemädchen in Rain an und lernt dort die im vergangenen Jahr verstorbene Schwester Karolina kennen, die „in mir die Berufung wach gerufen hat, in den Orden einzutreten“.
Zunächst aber kommt sie als Stationshilfe nach Neuburg. Als sie 18 Jahre alt ist, tritt sie in den Orden ein. Als Postulantin erhält sie eine Ausbildung als Krankenschwester und wird 1959 eingekleidet. Mit ihrer Nachfolgerin als Generaloberin, Maria Goretti Böck, legt Schwester Isentrud 1963 die Ewige Profess ab. Damals lebten im Mutterhaus mit den Filialen Rain, Bürgerspital Neuburg, Aindling und Lauingen (aufgelöst 2008) noch 80 Nonnen. Heute sind es 30, von denen aber nur noch wenige im aktiven Dienst des Krankenhauses stehen.
Für die junge, kluge Ordensschwester gibt es keinen Stillstand in der Weiterbildung: 15 Jahre ist sie unter verschiedenen Chirurgen Operationsschwester, wird zwischenzeitlich Unterrichtsschwester an der Krankenpflegeschule und schließlich deren Leiterin. 1978 erkennen die Mitschwestern, welche Qualitäten und Kompetenzen in der damals 39-jährigen Ordensfrau stecken: Der Konvent wählt sie zur Generaloberin. Zunächst übernimmt der Orden der Elisabethinerinnen das Brüderkrankenhaus, 1981 beginnen die Planungen für das neue Krankenhaus, das 1987 mit dem ersten Spatenstich begonnen und 1992 bezogen wird. Neuburg hat damit ein auch heute noch modernes Klinikum der Grundversorgung mit angeschlossenem Kinderhospital mit überregionaler Bedeutung.
„Ich habe alle meine Kräfte eingesetzt und immer auf Gott vertraut, freilich habe ich nie geahnt, dass ich so etwas hätte managen müssen“, kommentiert sie heute als Generalvikarin ihre Amtszeit. Als das neue Krankenhaus, die Kinderklinik renoviert und die alte Klinik zu einem Kloster mit Pflegestation umgebaut gebaut worden ist, habe sie sehr viel Unterstützung und Freundschaft vieler Menschen erhalten. 2002 muss sie das Amt und die Bürde der Generaloberin abgeben. Die Ordensregeln verbieten eine weitere Kandidatur. Schwester Maria Goretti Böck wird ihre Nachfolgerin, die das Krankenhaus und den Orden bestens kennt, denn sie war bis dahin schon viele Jahre die Nummer zwei im Konvent. Heute ist es nicht ruhiger um Schwester Isentrud geworden: Als Generalvikarin und Stellvertreterin der Generalin hat ihr Wort in den Kliniken und im Kloster weiter großes Gewicht.
Für die Ordensfrau sind die oberbayerischen Alpen Orte der Meditation und des Rückzuges außerhalb der Klostermauern. „Bergwandern ist mein großes Hobby“, schmunzelt sie, die aber noch andere Steckenpferde pflegt: So bastelt sie die heiß begehrten Strohsterne für den Weihnachtsbasar des Freundeskreises. „Den Obdachlosen müssen wir helfen“, heißt ihre Devise.
Besonders gern widmet sie sich dem Mesnerdienst. Liebevoll sorgt sie für den Blumenschmuck. Bei ihren vielen selbst gewählten Obliegenheiten vergisst sie aber nicht die Hospitalität. Krankenbesuche im Haus sind für sie eine Selbstverständlichkeit. Denn, so sagt sie: „Wir müssen die Menschen froh machen“. |
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