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Eine heile Welt aus Schrott -
Kunstprojekt hilft Jugendlichen beim Weg zurück
in den Alltag
20.08.2009

Quelle: Neuburger Rundschau (uta Baumann)

„Wer einmal die Welt um die eigene Achse dreht, für den geht ein Wunsch in Erfüllung.“ Mit diesen Worten enthüllten gestern die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie im vorderen Garten der Kliniken St. Elisabeth eine Weltkugel aus zu Hufeisen geformtem Schrott.
Ein halbes Jahr lang hatte Heilerziehungspfleger Karlheinz Gensberger gemeinsam mit den Jugendlichen der Tagesklinik das 500 Kilogramm schwere Kunstwerk aus 1000 Stücken zusammengewerkelt. Sogar das ein Meter tiefe Fundament für die, sich um die eigene Achse drehende Skulptur, hatten die Jugendlichen selbst geschaufelt.
Zwischendurch sei es schwer gewesen, die Jugendlichen für die künstlerische Arbeit zu begeistern, gab Gensberger zu. Er hatte die Idee zu dem Therapie begleitenden Projekt. „Doch als die Weltkugel fertig war, waren doch alle ganz stolz.“

Damit hatten Gensberger und seine Kollegin, die Psychologin Carolin Schöberl, genau das erreicht, was das Ziel der Tagklinik ist. „So ein Projekt ist wie das richtige Leben: Man muss dran bleiben und auch mal eine Aufgabe zu Ende bringen“, sagte Ivo Henrichs, Chefarzt der Kinderkliniken.
Seit Februar gibt es bei den Kliniken St. Elisabeth die Tagklinik im Jugendpsychiatriebereich für Kinder zwischen 13 und 17 Jahren – eine Erweiterung zur bisherigen psychologischen Betreuung. Sind die Jugendlichen nach einem stationären Aufenthalt wieder stabil genug, können sie vormittags wieder ihre normale Schule besuchen.
Kunstprojekt
Seit gestern dreht sich die Welt im Garten der Kliniken St. Elisabeth. Generaloberin Maria Goretti Böck, Kinderklinik-Chefarzt Ivo Henrichs, Psychologin Carolin Schöberl, Kinderpsychotherapeut Harald Indrich und Heilerziehungspfleger Karlheinz Gensberger enthüllten eine Skulptur, die von sieben Buben und Mädchen der Jugendpsychiatrie Tagklinik gebaut wurde. Foto: Baumann
Zurück ins normale Leben

Den Nachmittag verbringen sie dann mit Heilerziehungspfleger Gensberger und Psychologin Schöberl in der Klinik. „Die Tagklinik erleichtert den Übergang von der stationären Behandlung zurück ins normale Leben und ist eine enorm wichtige Nachsorge“, erklärte Harald Indrich, stellvertretender Leiter der kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilung.

Stationär werden die Jugendlichen meist nur 15 bis 18 Tage behandelt. Der Aufenthalt in der Tagklinik geht dagegen über sechs bis acht Wochen.
Das erweiterte Angebot ist dringend notwendig. Alle drei Stationen der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind voll belegt. „Früher hatten wir noch so eine Art Sommerpause. Inzwischen haben wir Wartelisten von drei bis vier Monaten“, berichtete Indrich.

Die Weltkugel soll nicht das einzige Kunstwerk der Tagklinik bleiben. „Ich habe noch ganz viele Ideen, die wir verwirklichen können“, meinte Gensberger. Mehr wollte er nicht verraten.