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Landkreis für Schweinegrippe gerüstet -
Gesundheitsamt und Krankenhäuser haben
Pandemieplan
27.04.2009

Quelle: Neuburger Rundschau (utb-)

Sollte die sogenannte Schweinegrippe auch hierzulande ausbrechen, sind das Gesundheitsamt und die Kliniken St. Elisabeth für den Ernstfall gerüstet. "Schon seit der Vogelgrippe sind wir auf solche Fälle mit einem entsprechend Pandemieplan vorbereitet", sagt Dr. Ivo Henrichs, ärztlicher Direktor der Kliniken und Chef der Kinderklinik.

Im Ernstfall könnten an den Kliniken über Tage oder sogar Wochen ganze Stationen umfunktioniert, Patienten isoliert werden. "Wir haben genügend Bettenkapazitäten, um eine übliche Epidemie abfangen zu können", sagt Henrichs. Medikamente seien ausreichend vorhanden. Auch Dr. Johannes Donhauser, Amtsarzt am Gesundheitsamt Neuburg-Schrobenhausen, versichert, dass man innerhalb weniger Stunden eine größere Menge an Medikamenten parat hätte.

Würde ein Patient mit entsprechend verdächtigen Symptomen in die Kliniken kommen, tritt sofort ein Pandemieplan in Kraft. Um zu verhindern, dass sich der Virus, der von Mensch zu Mensch übertragen wird, weiter ausbreitet, würde unter anderem der Erkrankte sofort isoliert und das Gesundheitsamt informiert werden.
Auch dort gibt es für solche Fälle einen Notfallplan. Dieser sieht unter anderem vor, die Kontaktpersonen des Patienten unmittelbar zu ermitteln. Noch sieht Amtsarzt Johannes Donhauser keine Gefahr für die Region. "Aber wir können uns nicht entspannt zurücklehnen. In der heutigen Reisezeit wissen wir, wie schnell sich so ein Virus verbreiten kann."

Erste Anrufe von besorgten Bürgern beim Gesundheitsamt

Im Gesundheitsamt ist die Schweinegrippe seit gestern Thema Nummer eins. Besorgte Bürger finden die wichtigsten Informationen auch auf der Internetseite des Landratamtes. "Aber wir geben gerne auch am Telefon Auskunft", heißt es dort auf Nachfrage. Eine Schulleitung und ein Arzt hätten sich gestern bereits über die Grippe, die erstmals in Mexiko ausgebrochen ist, informiert. Die Schule habe damit vor allem auf Nachfragen besorgter Eltern reagiert.

Wie groß die Gefahr tatsächlich ist, dass die Schweinegrippe auch nach Deutschland gelangt und hier im Landkreis auftritt, lasse sich derzeit nur sehr schwer abschätzen, meint Professor Henrichs. Er sehe aber keinen Grund zur Panik. "Wenn sie frühzeitig erkannt wird, ist das keine Tod bringende Erkrankung."

Nach dem jetzigen Erkenntnisstand sei das Medikament Tamiflu, das auch bei einer normalen Grippe verabreicht werde, bei der Schweinegrippe wirksam. Es bremst den Virus.

Sich allerdings deshalb jetzt noch überstürzt gegen Grippe impfen zu lassen, davon rät Henrichs ab. "Bis jetzt weiß man nicht genau, ob eine Impfung überhaupt etwas nützt."