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Sein Job beginnt nach dem Vollrausch der Kids
Cornelius Voigt übernimmt Suchtintervention an
den Kliniken St. Elisabeth
12.05.2010

Quelle: Neuburger Rundschau (Barbara Feneberg)

Montag ist an den Kliniken Sankt Elisabeth Nachsorgetag. Jugendliche, die am Wochenende im Vollrausch in der Notaufnahme landeten, haben bis dahin ihren Kater ausgeschlafen. Ab sofort beginnt hier die Zeit für Fragen. Und die stellt Cornelius Voigt, der herausfinden möchte, ob die Jugendlichen ein echtes Suchtproblem haben.

Voigts Job war dringend nötig. Denn die Zahl der Alkoholvergiftungen bei jungen Menschen hat sich in Neuburg dramatisch entwickelt. 2000 waren es gerade mal sechs Fälle, 2009 waren es 89. Das hat die Experten aus Suchtberatung, Sozialarbeit, Jugendarbeit und Medizin dazu veranlasst, ein Konzept zur Suchtintervention zu stricken. Cornelius Voigt ist der Mann, der das nun umsetzt.

Doch das Ganze ist eine Notlösung. Das wird Angela Mayr, Leiterin der Caritas Suchtberatungsstelle, nicht müde zu betonen. Denn eigentlich hatte man auf eine Förderung vom Freistaat gehofft. Jugendpsychologe Dr. Harald Indrichs war auch dazu extra zu Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) gefahren und hatte das Konzept vorgestellt. Die fand es auch gut, doch verwies Indrich an den Ministerkollegen Markus Söder, der mit dem Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz dafür zuständig wäre. Indrichs will auch dort vorstellig werden.

Voigt, bisher bei der Caritas angestellt, arbeitet immer montags unentgeltlich in den Kliniken. Allerdings ist seine Tätigkeit auf maximal zwei Jahre begrenzt, er wird zum Kinder- und Jugendpsychologen ausgebildet. Seine Aufgabe ist es, zusammen mit den jungen Patienten analysieren, warum getrunken wird, und schnell reagieren können, wenn deutliche Anzeichen für eine Suchterkrankung vorliegen. Problem: Suchttheraphie wird bisher nur für Patienten ab 18 finanziert. Alle, die jünger sind, werden über die Jugendhilfe abgerechnet.

Bayernweit gibt es nur wenige Einrichtungen, die Sucht bei Jugendlichen unter 16 anbieten. Voigts Aufgabe ist es, hier zur richtigen Stelle zu vermitteln.
Cornelius Voigt und Angela Mayr
Cornelius Voigt (li) und Angela Mayr