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Kliniken St. Elisabeth setzen bei der
Krankenhaushygiene auf hohe Standards.
Eigene Zentralsterilisation mit Fachpersonal |
28.08.2010
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Quelle: Neuburger Rundschau (Norbert Eibel)
Nach dem Tod dreier Babys im Mainzer Uniklinikum wegen verkeimter Infusionen fordert Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) schärfere Hygienevorschriften für Krankenhäuser. Experten gehen von 10 000 Todesfällen in Deutschland pro Jahr wegen mangelnder Krankenhaushygiene aus. An den Kliniken St. Elisabeth will man sich diesen Schuh nicht anziehen. „Niemand muss sich Sorgen machen“, unterstreicht Chefarzt Dr. Ivo Henrichs. Und Thomas Klose von der stellvertretenden OP-Leitung fügt an: „Als Insider sage ich, man kann sich hier ohne Bedenken operieren lassen.“ In Neuburg ist die Zentralsterilisation in einer eigenen Abteilung untergebracht, was als Qualitätsfaktor gilt.
Eine bundesweite Hygieneverordnung fordert Klaus-Dieter Zastrow, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Denn die Hälfte der Todesfälle wäre durch bessere Hygiene vermeidbar. Die politische Dimension der Ursachenforschung hält Dr. Henrichs für verfehlt. In den Kliniken St. Elisabeth sind sieben Mitarbeiter in der Zentralsterilisation tätig, die in drei Räumen im Untergeschoss untergebracht ist. „Ein Herzstück des Hauses“, betont Hygienefachkraft Herbert Speckmaier. Diverse Reinigungsprogramme garantieren ein kontrolliertes Ergebnis, das Infektionsschutzgesetz regelt die Standards, die sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes orientieren und durch regelmäßige Zertifizierungen garantiert werden. Mittels eines Barcodes lässt sich jedes sterilisierte Instrument über die Patientenakte zurückverfolgen.
Die tödliche Panne in Mainz hält Dr. Henrichs in der Theorie für nicht vermeidbar. Die Vorfälle dort hätten aber nichts mit den sogenannten nosokomialen Infektionen, durch Mikroorganismen hervorgerufenen Infektionen während eines Krankenhausaufenthalts, zu tun. „Die Nährflüssigkeiten wurden dort in einem Hochreinbereich umgefüllt, außerhalb in einer Apotheke.“ In Neuburg werden die Infusionen dagegen von Klinikschwestern in einem Raum mit abgegrenzter Klimadecke mit speziellen Luftfiltern, einer sogenannten Laminar-Airflow-Decke, gemischt. Dort zirkuliert die reine Luft aus der Klimaanlage ohne Luftverwirbelungen. Dadurch kommt es zur Reduzierung des Infektionspotenzials. Ein Standard, den es auch in den OPs und in der Zentralsterilisation gibt.
„Bei internen Prozessen ist man einfach näher dran. Das ist ein entscheidender Vorteil“, glaubt Dr. Henrichs. „Die ganze Geschichte mit dem Outsourcing ist natürlich ein Kostenfaktor. Das hat die Politik gemacht“, reicht Thomas Klose den Schwarzen Peter zurück nach Berlin.
Sterilisation
Heute werden in Krankenhäusern zwei grundsätzliche Lösungen für die Aufbereitung wiederverwendbarer Güter angewandt.
In einer dezentralisierten Sterilisationseinrichtung oder Substerilisation, einer relativ kleinen Einheit, die sich normalerweise in der Nähe des Ortes befindet.
In modernen Krankenhäusern üblich ist eine zentralisierte Abteilung für Desinfektion und Sterilisation, die als Zentralsterilisation oder ZSVA (Zentrale Sterilisations- und Versorgungs-Abteilung) bezeichnet wird. Verunreinigte Instrumente aus OPs, Stationen und Spezialabteilungen werden dort zur Aufbereitung gesammelt und dann an den Endanwender zurücktransportiert. Diese Lösung bietet viele Vorteile: Reinigung, Desinfektion, Inspektion, Verpackung, Sterilisation, Lagerung und Distribution erfolgen durch speziell ausgebildetes und geschultes Personal. Dies gewährleistet eine bessere Kontrolle und verlässlichere Ergebnisse und damit ein geringeres Risiko von im Krankenhaus erworbenen Infektionen.
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Angelika Reil, Technische Sterilisationsassistentin an den Kliniken St. Elisabeth, beim Bestücken der Waschmaschine mit minimal invasiven Instrumenten, die bei einer Schulterarthroskopie verwendet wurden. Foto: Norbert Eibel
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