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Ein schöner Abend für kranke Kinder -
An Heiligabend müssen in den Kliniken St.
Elisabeth auch mal Tränen getrocknet werden |
24.12.2011
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Quelle: Neuburger Rundschau (Alf Geiger)
Nein, heute Abend ist keiner gerne hier in den Kliniken Sankt Elisabeth. Und schon gar nicht auf der Kinderstation. Oder doch? Kann ein Heiligabend auch dort noch schön sein, wo Menschen um ihre Gesundheit bangen?
Für Elfriede Brandner und ihre Kolleginnen auf der Kinderstation ist der 24. Dezember zunächst einmal ein „ganz normaler“ Arbeitstag, an dem die Patienten versorgt werden müssen wie immer. Doch dann, in den Nachmittagsstunden, wenn es draußen allmählich dunkel wird und Ruhe die Hektik des Krankenhausbetriebes ablöst, dann kommt für Elfriede Brandner eine Zeit, auf die sie sich immer wieder aufs Neue freut. Seit Jahren arbeitet sie am Heiligen Abend, und das auch noch freiwillig. Mindestens eine Kollegin unterstützt sie und es ist überraschenderweise kein Problem, den Dienstplan an diesem Tag und Abend zu organisieren.
Natürlich feiert jeder lieber mit seiner Familie zu Hause. Doch wer einmal am Heiligabend Dienst gemacht hat, der macht das immer wieder gerne, weiß Elfriede Brandner aus eigener Erfahrung.
Still ist es geworden. Viele der Kinder auf der Kinderstation durften vorübergehend nach Hause. Wer kann, der ist am Heiligen Abend lieber bei der eigenen Familie, ganz egal, wie alt die Kinder sind. Doch manchmal ist es aus medizinischer Sicht nicht zu verantworten, das Risiko wird sorgfältig abgewogen. Und so bleibt eine Handvoll Mädchen und Buben übrig, die wohl oder übel im Krankenhaus Weihnachten feiern müssen.
Der weihnachtliche Zauber zieht auch im Krankenhaus ein
Das fällt niemandem leicht, gerade an so einem besonderen Tag, dem sich keiner entziehen kann, ob religiös oder nicht. Es ist der ganz besondere Zauber, den der Heilige Abend hat. Und diesen Zauber, dieses Gefühl der Geborgenheit und des Glücks, das wollen die Pflegerinnen auf der Kinderstation auch „ihren“ Kindern an diesem Abend vermitteln. Es wird gemeinsam gesungen, es gibt leckeres Essen, überall stehen Teller mit puderzuckerweißen Plätzchen, saftigen Mandarinen und Schokoladenlebkuchen. Und es duftet so gar nicht nach Krankenhaus, sondern nach Punsch und Kerzenwachs.
Alles ist so schön, so schön es eben in einem Krankenhaus überhaupt sein kann, gerade am Heiligen Abend. Und es sind all diese Kleinigkeiten, die kleinen Gesten, die diesen Abend so ganz besonders machen. Alle kommen zusammen, die kleinen Patienten freuen sich über den Besuch, Eltern, Großeltern, Geschwister, sie alle sind gekommen. Elfriede Brandner und ihre Kolleginnen improvisieren und sind überall, wo sie gebraucht werden. Weihnachtslieder erklingen und um 16 Uhr gehen viele in die Krankenhauskapelle zur Christmette. Alles nimmt seinen Lauf.
Außer, wenn ein krankes Kind als Notfall ausgerechnet an Weihnachten aufgenommen werden muss. Das sind dann Situationen, die alle Routine über den Haufen werfen und gemeistert werden müssen. „Aber wir schaffen das“, sagt Elfriede Brandner und weiß, dass sie sich auf ihr Team verlassen kann. Emotional ist der Heilige Abend immer, und ganz besonders dann, wenn schwer kranke Kinder versorgt werden müssen. Und da gibt es unausweichlich auch kritische Situationen, in denen die ganze Erfahrung und das Einfühlungsvermögen einer langjährigen Krankenschwester gefragt sind. Tränen müssen getrocknet werden und nicht immer gelingt es, die verzweifelten Kinder oder ihre besorgten Eltern zu trösten.
Der Heilig-Abend-Dienst ist besonders schwierig und schön
Der Dienst in der Kinderklinik ist wohl nie einfach, aber am Heiligen Abend ist er bestimmt noch eine Spur schwieriger. Oder schöner? Für Elfriede Brandner ist es vorwiegend das Gute, Positive und Schöne, das sie von ihrer Arbeit mit nach Hause nimmt. Und ihr schönstes „Geschenk“ war die Reaktion einer Mutter, die im vergangenen Jahr am Heiligen Abend mit ihrem behinderten Kind in der Neuburger Kinderklinik Sankt Elisabeth bleiben musste. Ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten, erinnert sich die Stationsleiterin: „Diese Mutter hat gesagt, dass sie noch nie so schöne Weihnachten hatte wie bei uns auf der Kinderstation.“
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