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Fünf Betten für die Ilmtalklinik -
„Klinik-Streit“ Gestern entschied der Krankenhausplanungsausschuss
29.11.2011

Quelle: Neuburger Rundschau (Barbara Würmseher)

Kinderklinik
In der Neuburger Kinderklinik sehen die Verantwortlichen die unmittelbare Gefahr der Zersplitterung und Existenzgefährdung gebannt. Pfaffenhofen bekommt lediglich fünf Betten, nicht 30. Doch gilt es jetzt noch die finanzielle Seite zu klären. Archivfoto: wüb
Allzu überraschend kam die Nachricht aus München gestern nicht. Schließlich hatte Ministerpräsident Horst Seehofer bei seinem jüngsten Besuch Mitte Oktober in der Kinderklinik St. Elisabeth ein sanftes Machtwort im „Klinik-Streit“ gesprochen. Jetzt bestätigte der Krankenhausplanungsausschuss (KHPA) des Landtags, was sich damals schon als „Friedens-Angebot“ der Neuburger Kinderklinik angedeutet hat: Die Pfaffenhofener Ilmtalklink darf fünf Betten für die kurzfristige stationäre Versorgung kranker Kinder einrichten. Diese Empfehlung gibt der KHPA ans Gesundheitsministerium weiter, dem die letzte Entscheidung obliegt.

Dem Antrag aus Pfaffenhofen wird damit zumindest teilweise stattgegeben. Ursprünglich hatte sich der Landkreis als Krankenhausträger 20 Betten für Kinderheilkunde gewünscht sowie zehn Betten für Kinderchirurgie – und zwar in Eigenregie.

Jetzt soll die Neuburger Kinderklinik die neue Abteilung als Filiale dort einrichten. „Damit kann“, so eine Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums, „einerseits dem Wunsch der Pfaffenhofener Bevölkerung nach stationärer Versorgung für Kinder entsprochen werden. Andererseits kann auf die Behandlungsmöglichkeiten einer großen Kinderklinik zurückgegriffen werden. Der Krankenhausplanungsausschuss geht davon aus, dass die Ilmtalklinik und die Kinderklinik Neuburg sich jetzt rasch und partnerschaftlich einigen.“

Seit drei Jahren schwelt der Konflikt zwischen den beiden Kliniken. Das Pfaffenhofener Kreiskrankenhaus hat sich eine Erweiterung seiner Abteilungen gewünscht, das Neuburger Haus hat durch diese Bestrebungen seine wirtschaftliche Zukunft ernsthaft in Gefahr gesehen. Außerdem stand zu befürchten, dass unter einer „Zerfledderung“ der Standorte letztlich auch die anerkannt hohe Qualität der medizinischen Versorgung in der gesamten Region leiden würde.

Der gestrige Kompromiss sorgt in Neuburg für Erleichterung. „Damit können wir leben“, so Geschäftsführer Günter Strobl. Und Dr. Stefan Seeliger, Chefarzt der Kinderklinik, versichert, „dass wir diese Aufgabe gerne mit schultern werden, daher haben wir das Angebot letztendlich ja gemacht. Jetzt müssen wir verhandeln und das Ganze vernünftig mit Leben füllen.“

Mit fünf Betten wird die Abteilung nun eine Kleinstkinderklinik, wie es sie sonst – auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit – nirgends gibt. Und in der Tat gilt es den finanziellen Aspekt noch zu klären. „Es wird ein erheblicher personeller und finanzieller Aufwand entstehen“, so Stefan Seeliger.

Auch der Pfaffenhofener Landrat Martin Wolf sieht darin noch ein Problem. „Da Neuburg diese Abteilung einrichten wird, ist die Option vom Tisch, dass Pfaffenhofen einseitig das finanzielle Risiko trägt. Wir reichen St. Elisabeth kräftig die Hand mit dieser Fünf-Betten-Lösung. Zudem stellen wir mietfrei die Flächen zur Verfügung. Jetzt erwarten wir, dass Neuburg uns beim wirtschaftlichen Risiko entgegenkommt.“ Beide Häuser wollen bald verhandeln.