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Rosenblüten, Brot und Nächstenliebe - Mitarbeiter der Kliniken St. Elisabeth gehen zum Jubiläum „800 Jahre Elisabeth von Thüringen” für ihre Patronin auf die Bühne


18.07.2007

Quelle: Neuburger Rundschau (Xaver Habermeier)

Auf den Spuren der heiligen Elisabeth von Thüringen, jener legendären ungarischen Königstocher, die vor 800 Jahren geboren wurde, wandeln derzeit die Mitarbeiter der Kliniken St. Elisabeth. Ihr Leben und Wirken bringen sie zum Jubiläum als Schauspiel auf die Bühne des Stadttheaters, als eine Mischung aus gesprochenem Text und Gesang, eingewoben in eine Rahmenhandlung in der Jetztzeit und eine Binnenhandlung um die heilige Elisabeth. Das Musikschauspiel „Elisabeth von Thüringen” stammt von Pater Helmut Schlegel.

Es geht darin um die 21-jährige Lisa, die in Marburg studiert. Als sie die Elisabethenkirche mit dem Schrein Elisabeths besichtigt, wird sie neugierig, besucht die Stationen der Heiligen und glaubt, ein ergiebiges Thema für ihre Diplomarbeit gefunden zu haben. Mitten in der Arbeit entdeckt Lisa, dass Elisabeth viele Fragen in ihr auslöst, die ihr eigenes Leben und ihren Glauben berühren. Sie schreibt ein Tagebuch und nennt es „Briefe an Elisabeth”.

Der Mythos lebt in Neuburg

Dass der Mythos der Namensgeberin heilige Elisabeth in den Kliniken der Donaustadt lebt, wird schon bei den Probearbeiten klar. Generaloberin Maria Goretti Böck ist sichtlich erfreut, dass die Neuburger Klinken St. Elisabeth im „Elisabethjahr” mit dem geistlichen Singspiel an die Namenspatronin erinnern: „Die Idee dazu ist entstanden, als ich im Internet vom Musikschauspiel von Pater Helmut Schlegl erfuhr”. Eine Nachfrage in Fulda für eine Darstellung des Stückes zum Jubiläum in Neuburg, wurde verneint, dafür erhielt sie die Freigabe für Aufführungen.

Die Suche nach einem Spielleiter gestaltete sich zunächst schwierig, ehe die Generaloberin Siegfried Habermeyer gewinnen konnte. Schauspieler und Chor rekrutierte sie aus den Krankenhaus-Mitarbeitern. Zusammen mit Sprechern und der Abteilung Technik des Neuburger Volkstheaters wird seit Mai geprobt. Den neunköpfigen Chor leitet Musiktherapeut Gustav Klinger. Vokalstücke wie „Magnificat” oder „Te deum laudatimus”, Gitarrenklänge oder Hintergrundmusik via CD untermalen die Inszenierung eindrucksvoll.

Habermeyer schildert: „Engagement und Probeeifer der Laienschauspieler, die in diesem anspruchsvollen Musikschauspiel erstmals auf der Bühne stehen, sind erfreulich”. Der größte Teil der Proben wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Freizeit nach Dienst absolviert. „Wir haben seit Anfang an innerhalb der Gruppe einen Riesenspaß”, freut sich Roland Angerer und huscht zum nächsten Einsatz in seiner Rolle als Beichtvater Konrad von Marburg.

„Je länger wir proben, desto mehr wachse ich in die Rolle so richtig hinein”, verrät die Hauptdarstellerin Doris Wenger, die erst seit April in Neuburg arbeitet und stolz die Hauptrolle „Elisabeth von Thüringen” verkörpert. Sechs Kerzen lässt Lisa (Monika Schumann) erlöschen, die siebte Kerze leuchtet symbolisch als „Hoffnung” weiter und gibt die wesentlichen Inhalte des Schauspiels vor. Wie dieses verbleibende Licht die geistlichen Grundwerte am Beispiel der

gefeierten Heiligen am Leben erhalten wird, wird dabei impulsreich inszeniert.Sei es bei den Stimmen einer jungen Mutter, einer 15-jährigen Schülerin oder eines pflegebedürftigen Mannes, weiter bei den Einlagen von Thomas Bauch als Klingsor (Magier und Sterndeuter), dem Beichtvater Konrad von Marburg oder den egoistisch gemeinten Ratschlägen des Bischofs von Bamberg, Elisabeth bleibt ihrer Liebe zu Gott stets treu und hilft in ihrem kurzen Leben stets den Armen. Bis zur Legende vom Brot und dem Rosenwunder und schließlich zu ihrem frühen Tod. Am Schluss der Aufführung werden weiße Rosenblüten und Brot an das Publikum verteilt, aber es ist viel mehr, was die Zuschauer mit nach Hause nehmen können.

Aufführungstermine: Freitag, 23. November, 20 Uhr, Sonntag, 25. November, 16 und 19 Uhr. Kartenvorverkauf: Tourist-Information, Stadtbücherei, MedienServiceCenter „Neuburger Rundschau” (Tel. 08431/677650) und Aktivmarkt Schnell.